Historischer Rückblick KFC-BVB: Teil 3

Am Freitag empfängt der KFC Uerdingen im Rahmen der ersten Runde des DFB-Pokals Borussia Dortmund. Es ist das erste Pflichtspiel gegen den BVB seit über 23 Jahren. Zur Einstimmung blicken wir in drei Teilen noch einmal auf die bisherigen 36 Duelle zwischen beiden Vereinen zurück.

TEIL 3: Die 90er Jahre

BVB

Der BVB entwickelte sich Anfang der 90er Jahre zu einer echten Spitzenmannschaft und der Verein reifte unter Trainer Ottmar Hitzfeld zur zweiten großen Kraft im deutschen Fußball. Uerdingen stieg dagegen nach acht Jahren Bundesliga ab und pendelte in der Folge als Fahrstuhlmannschaft zwischen 1. und 2. Liga. Um dem Abstieg 1991 doch noch zu entrinnen, holte der damalige Uerdinger Manager Felix Magath Ende 1990 den 21-jährigen Schweizer Stéphane Chapuisat von Lausanne-Sports. Er galt als hochtalentiert und führte damals die Torjägerliste der Nationalliga-A an. Noch bevor Chappi – so wurde er schon damals in Krefeld gerufen – sein Debüt in der Bundesliga geben konnte, zog er sich in der Winterpause bei einem Hallenturnier in Düsseldorf bei einem Zweikampf mit Michael Büskens einen Innen- und Seitenbandabriss im rechten Knie zu und fiel damit über drei Monate aus. So konnte er erst in der Endphase der Saison eingreifen. Zu spät – denn seine vier Tore in den letzten zehn Spielen reichten leider nicht, um den Abstieg zu verhindern. Durch den verpassten Klassenerhalt mussten die Uerdinger finanziell kürzertreten und verliehen Chapuisat, dessen Vertrag bis 1993 lief und auch für die 2. Liga galt, 1991 an Borussia Dortmund. Beim BVB machte der Schweizer in seinem ersten Jahr gleich 20 Saisontore und sorgte als mit Abstand bester Schütze der Dortmunder dafür, dass sein neuer Club Ende der Spielzeit die Vizemeisterschaft holte. Trotz des direkten Wiederaufstiegs der Uerdinger war Chapuisat daraufhin nicht mehr zu halten.

Einen kleinen Teil der Ablösesumme reinvestierten die Uerdinger damals in den Dortmunder Sergei Gorlukowitsch. Der robuste russische Abwehrspieler wurde in Krefeld schnell zum Publikumsliebling und hat bei den Fans bis heute absoluten Kultstatus. Über die Jahre gab es insgesamt 17 Spieler die für die 1. Mannschaft beider Vereine aktiv waren: Alexander Bade, Manfred Burgsmüller, Stéphane Chapuisat, Atli Edvaldsson, Heinz-Werner Eggeling, Sergej Gorlukowitsch, Uwe Grauer, Kevin Großkreutz, Siegfried Held, Gerhard Kleppinger, Michael Lusch, Lars Müller, Robert Nikolic, Franck Patrick Njambe, Siegfried Reich, Kosi Saka, Jörg Sauerland.

BVB

Die sportliche Bilanz der 90er Jahre gegen Dortmund ist aus Uerdinger Sicht sehr ernüchternd, denn der BVB hat alle zehn Pflichtspiele in den 90er Jahren gewonnen. Auch im letzten Aufeinandertreffen im DFB-Pokal am 19.09.1995 in Dortmund unterlag der KFC klar mit 0:3. Aber nicht alle Duelle in dieser Zeit verliefen so deutlich. Bei einigen Spielen verkauften sich die Uerdinger überraschend gut, sollten aber einfach kein Matchglück auf ihrer Seite haben. Besonders ärgerlich war die 1:3-Niederlage am 01.04.1995 im Westfalenstadion. Uerdingen kam mit einer Serie von fünf Spielen ohne Niederlage nach Dortmund und verkaufte sich auch dort hervorragend. Der BVB ging zwar bereits nach 15 Minuten durch Martin Kree in Führung, wurde aber mit zunehmender Spieldauer nervöser, denn das Spiel drohte zu kippen. In der 54. Minute ließ sich Andreas Möller bei einem Zweikampf mit Stephan Passlack fallen, ohne dass es irgendeinen Kontakt mit dem Uerdinger gegeben hatte. Schiedsrichter Sven Scheuerer ließ auch zunächst weiterspielen, entschied dann aber nach Intervention seines Linienrichters auf Elfmeter. Eine Fehlentscheidung – wie auch die Fernsehbilder zeigten. Michael Zorc verwandelte den Strafstoß zum vorentscheidenden 2:0 und die Borussia siegte am Ende mit 3:1. Noch ärgerlicher wurde die Sache durch die Geschehnisse 12 Tage später, als Möller beim Heimspiel gegen Karlsruhe fast an der gleichen Stelle und einer nahezu identischen Situation erneut eine Schwalbe produzierte. Während die unsportliche Aktion gegen Uerdingen eher eine Randnotiz war, ging diesmal plötzlich ganz Fußballdeutschland auf die Barrikaden. Möller wurde nachträglich für zwei Spiele gesperrt, zu 10.000 Mark Geldstrafe verurteilt und Bundestrainer Berti Vogts nahm ihn sogar kurzfristig aus der Nationalmannschaft. 

Das letzte Gastspiel der Dortmunder beim KFC fand am 25.11.1995 statt. Der BVB war seinerzeit als amtierender Deutscher Meister haushoher Favorit, tat sich aber lange Zeit sehr schwer. Die Uerdinger waren im ersten Durchgang sogar das klar bessere Team, versäumten es allerdings, in Führung zu gehen. Marcus Wedau traf nur den Pfosten und Horst Steffen scheiterte mit einem Strafstoß an BVB-Keeper Stefan Klos. Weltmeister Jürgen Kohler bestrafte die schlechte Chancenverwertung des KFC nach gut einer Stunde schließlich mit dem 0:1, ehe Michael Zorc kurz darauf per Elfmeter mit dem 0:2 für die Entscheidung sorgte.  Bei diesem Spiel war die Grotenburg mit 34.500 Zuschauern zum letzten Mal restlos ausverkauft und der Besucherrekord für ein Heimspiel eingestellt.

BVB
Am 25. November 1995 gastierte der BVB letztmals beim KFC.

Links:

Historischer Rückblick KFC-BVB: Teil 1: Die wilden 70er und frühen 80er Jahre

Historischer Rückblick KFC-BVB: Teil 2: Die weiteren 80er Jahre

DFB zeigt die Highlights der bisherigen vier Pokalspiele zwischen Uerdingen und Dortmund in einem Video auf seinem YouTube-Channel: https://youtu.be/E4VET7bm3kQ


Veröffentlicht: 08.08.2019

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