Historischer Rückblick KFC-BVB: Teil 1

Am Freitag empfängt der KFC Uerdingen im Rahmen der ersten Runde des DFB-Pokals Borussia Dortmund. Es ist das erste Pflichtspiel gegen den BVB seit über 23 Jahren. Zur Einstimmung blicken wir in drei Teilen noch einmal auf die bisherigen 36 Duelle zwischen beiden Vereinen zurück.

TEIL1: Die wilden 70er und frühen 80er Jahre

Gerade bei den älteren Fans weckt diese Paarung sicherlich viele Erinnerungen, denn die erste Partie zwischen Uerdingen und dem BVB fand bereits am 24. September 1972 im Stadion Rote Erde in Dortmund statt. Zu dieser Zeit spielten beide Clubs gemeinsam in der Regionalliga West, der damals zweithöchsten Spielklasse im deutschen Fußball. In einer dramatischen Schlussphase entschieden die Schwarz-Gelben dieses erste Aufeinandertreffen mit 2:1 für sich. Dem Uerdinger Ausgleich in der 86. Minute durch Luggi Lurz folgte in der 87.Minute der Dortmunder Siegtreffer durch Theo Bücker. Im Rückspiel am 11.02.1973 in der Grotenburg-Kampfbahn siegten die Uerdinger dann aber mit 3:1 gegen die stark favorisierten Dortmunder und begruben damit seinerzeit die Aufstiegshoffnungen des BVB.

BVB

So traf man in der Saison 1973/74 erneut aufeinander und es sollte zu zwei bemerkenswerten Spielen kommen. In Hinspiel in Krefeld bedeuteten die 17.000 Besucher einen neuen Zuschauerrekord. Die Stehplatzränge waren so gut gefüllt, dass zahlreiche Fans auf die angrenzenden Bäume kletterten, um das Spiel von dort zu verfolgen. Dortmund führte zur Halbzeit schon mit 2:0, musste sich im zweiten Durchgang nach einem Treffer von Luggi Lurz und einem Doppelpack von Manni Burgsmüller am Ende erneut geschlagen geben. Der im Mai diesen Jahres leider verstorbene Stürmer ging damals noch im blau-roten Trikot auf Torejagd und sollte erst einige Jahre später von Uerdingen nach Dortmund wechseln und dort mit 135 Treffern in 224 Spielen zur schwarz-gelben Legende werden.

Auch das Rückspiel am 07.04.1974 sollte in die Geschichte eingehen. Das 0:0 war zwar nicht sonderlich spektakulär, aber das Gastspiel der Uerdinger war das erste Pflichtspiel der Dortmunder in dem für die Weltmeisterschaft 1974 neu erbauten und gerade erst fertig gestellten Westfalenstadion. Die Stimmung im Vorfeld der Partie war sehr aufgeheizt. So erhielten die Uerdinger sogar einen anonymen Drohbrief: „Ihr Uerdinger Schweine, bringt einen Zahnarzt mit! Denkt an das Hinspiel!“. Dieser Einschüchterungsversuch wurde von den Behörden sehr ernst genommen, so dass die Mannschaft damals unter Polizeischutz nach Dortmund reisen musste.

In der Spielzeit 1974/75 fanden sich beide Mannschaften in der neu eingeführten 2. Liga Nord wieder. Sportlich hatten die Uerdinger den BVB inzwischen überholt. Während die Borussen ein weiteres Mal die angestrebte Rückkehr ins Fußballoberhaus verpassten, glückte den 05ern am Ende der Saison erstmals der Aufstieg in die Bundesliga.

BVB

Ein Wiedersehen gab es dann erst wieder ab der Saison 1979/80, als es zu zwei weiteren gemeinsamen Jahren in der Bundesliga kam. Zu Hause setzten die Uerdinger auch in dieser Zeit ihre Erfolgsserie gegen den BVB fort und das Krefelder Publikum durfte sich über zwei weitere Heimsiege freuen. Der Dortmunder Trainer Udo Lattek sorgte in beiden Spielen als schlechter Verlierer für Negativschlagzeilen. Der BVB-Coach legte sich mit den Krefelder Zuschauern an, die er laut Zeitungsberichten sogar durch den Zaun bespuckt haben soll und dem Schiedsrichtergespann warf er während und nach der Partie die wüstesten Beschimpfungen und Fäkalausdrücke an den Kopf. Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, aber Anfang der 80er Jahre wurde so ein Benehmen zwar in den Medien gerügt, aber eine Bestrafung durch den Verband hatte es nicht automatisch zur Folge. 

In Dortmund gab es für die Uerdinger Anfang der 80er Jahre dagegen umgekehrt nichts zu holen – sowohl in der Bundesliga als auch beim ersten Aufeinandertreffen im DFB-Pokal am 16.02.1980. Dies lag auch an der inzwischen im Westfalenstadion entstandenen „Gelben Wand“. In der Krefelder Lokalpresse hieß es damals vielsagend: „Erst als die lautstarken jugendlichen Fans aus der Südkurve, es mögen ihrer 8.000 gewesen sein, Torhüter Paul Hesselbach nicht nur mit ihren Sprechchören, sondern auch mit viel Papier und sogar einer leeren Bierbüchse eingedeckt hatten, fiel die Entscheidung zugunsten der Dortmunder“.

Links:

Historischer Rückblick KFC-BVB: Teil 2: Die weiteren 80er Jahre

Historischer Rückblick KFC-BVB: Teil 3: Die 90er Jahre

DFB zeigt die Highlights der bisherigen vier Pokalspiele zwischen Uerdingen und Dortmund in einem Video auf seinem YouTube-Channel: https://youtu.be/E4VET7bm3kQ


Veröffentlicht: 05.08.2019

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