"Ich will den maximal möglichen Beitrag bringen"

Er lässt lieber Taten als Worte sprechen: Im Trainingslager haben wir uns mit Torwarttrainer Manfred Gloger unterhalten - über seine Begeisterung für den Sport und die immer wieder neuen Anforderungen im Torwartspiel.

Während er auf dem Platz und beim Training auch gerne einmal laut wird, ist er abseits des Fußballs eher zurückhaltend. "Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt - mir ist es wichtiger, durch gute Arbeit zu überzeugen. Dass ich meinen Job richtig gemacht habe, sieht man, wenn der Torwart funktioniert", sagt der 56-Jährige. Dabei ist es ihm wichtig, mit gutem Beispiel voran zu gehen: Gloger achtet sehr auf seine Ernährung, treibt beinahe täglich Sport und ist deutlich fitter als die meisten in seinem Alter. "Meine Aufgabe ist, den maximal möglichen Beitrag zu bringen. Nicht mehr und nicht weniger." Und genau diesem Ziel ordnet Gloger alles andere unter. 

Seine Leidenschaft für das Torwartspiel entdeckt er früh. Zehn oder elf Jahre alt ist er, als sich der Torwart seiner Mannschaft verletzt und Gloger einspringt. "Das war der Moment, in dem ich meine Liebe für diese Position gefunden habe", sagt er heute. Irgendwann selbst einmal Trainer zu werden, ist dabei von Anfang an sein Ziel. "Ich habe im Training oft gesehen, was man noch besser machen kann, da wollte ich selbst aktiv werden." Doch bis es soweit ist, dauert es noch. Denn der Beruf des Torwarttrainers steckt vor allem in Deutschland noch bis Mitte der 2000er in den Kinderschuhen. "Die Holländer waren damals schon viel weiter, dort habe ich auch viel gelernt." 

Bereits 1996 gründet er mit Uwe Kamps und anderen Trainers eine Torwartschule. Schnell lassen sich auch die Vereine überzeugen. "Unser Angebot ist sehr gut angenommen worden - es hat ja jeder die Verbesserungen auf der Position sofort sehen können." Das Torwartspiel, das weiß Gloger aus Erfahrung, ist vor allem ein Kopfspiel. "Es ist ein reagierendes Spiel, man ist abhängig von dem was passiert, kann nicht selbst Akzente setzen." Umso wichtiger ist es für ihn, dass seine Schützlinge lernen, in jedem Moment in der Gegenwart zu sein. "Wenn du eine schlechte Szene hattest, darfst du nicht darüber nachdenken. Du musst sie sofort hinter dir lassen und dich wieder konzentrieren." Kontrollierter Fokus lautet das Stichwort, dass Gloger den Torhütern immer wieder predigt. 

Mit mehr als 100 Spielen in der 1. Bundesliga und rund 500 in der 2. Bundesliga hat Gloger als Trainer viel Erfahrung - und ist für seine Spieler auch immer wieder ein wichtiger Ansprechpartner. Mehr noch als bei einem normalen Feldspieler sind hier viele Gespräche wichtig, eine gute Menschenkenntnis. "Ich sehe sofort, wenn der Torwart einen schlechten Tag hat und nicht funktioniert." Dann kann Gloger beim Training und auf dem Platz auch schon einmal laut werden. "Das ist die Leidenschaft für das Spiel und das gehört für mich dazu." Spaß macht es ihm vor allem, wenn er Entwicklungen sieht und merkt, dass sein permanentes Streben nach Verbesserungen fruchtet. 

Diese Leidenschaft hat auch viel mit dem Projekt KFC zu tun, für das Gloger sogar einen noch laufenden Vertrag beendet hat. "Was wir hier machen, ist spannend. Und wir sind sicher nicht immer perfekt, aber wir sind auf einem sehr guten Weg, der auch noch lange nicht zu Ende ist. Ich will das Projekt KFC gemeinsam mit allen anderen in die maximal mögliche Liga führen." Für dieses Ziel arbeitet Gloger zusammen mit den drei Torhütern hart. Jeden Gegner schaut er sich detailliert an. Wer hat die Tore geschossen? Von welcher Position? Welche Spielzüge sind dem vorausgegangen? "Das sind Dinge, die wir dann auch explizit im Training üben. Wir stellen die Situationen nach, trainieren sie ganz bewusst." 

Und auch er selbst ist bestrebt, sich immer weiter zu entwickeln. Dafür ist er viel unterwegs, hospitiert regelmäßig in anderen Vereinen und nutzt seine Verbindungen in die Niederlande, nach Spanien und Belgien. Sogar beim FC Barcelona ist er bereits gewesen und hat dort vier Tage lang höchstes Niveau aus nächster Nähe erlebt. Von dieser Erfahrung kann der KFC nur profitieren.

Veröffentlicht: 11.01.2019

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