Der Chef hinter dem Chef

Im Trainingslager in Belek haben wir heute mit Co-Trainer Stefan Reisinger gesprochen - und erfahren, dass er es eigentlich einem Zufall verdankt, beim KFC Uerdingen zu sein. Mit uns hat er über seine tägliche Arbeit und seine Pläne für die Zukunft geredet.

Manchmal kann ein einziger Anruf viel verändern, so jedenfalls war es bei Co-Trainer Stefan Reisinger. "Ich habe damals bei Unterhaching gearbeitet, im Nachwuchsleistungszentrum und für die U16 und U19. Weil mich der Seniorenbereich schon immer interessiert hat, habe ich Michael Wiesinger angerufen, ich wollte eine Hospitation machen. Er hat damals beim SV Elversberg gearbeitet und mich spontan gefragt, ob ich nicht gleich ganz einsteigen will." 

Reisinger sagt zu und erlebt eine furiose Saison, wird 2016/2017 Meister in der Regionalliga Südwest und scheitert in der Relegation. Zusammen mit Wiesinger kommt er 2017/2018 zum KFC Uerdingen, von Vorteil dabei ist sein gutes Netzwerk in Düsseldorf und Umgebung. Reisinger ist nicht der Typ, der alles auf eine Karte setze, eher ein Planer, jemand, der Sicherheiten mag. Und so macht der heute 37-Jährige zunächst eine Ausbildung als Bankkaufmann, sogar noch vor seiner Zeit als Profifußballer. Und auch als die schließlich beginnt, arbeitet er nebenbei weiter, auch als er bereits in der 2. Liga spielt. "Für mich war es wichtig, vom Kopf her noch etwas andere zu haben. Etwas, das mich auf eine andere Art fordert, bei dem ich vom Fußball auch einmal abschalten kann." 

Seine Arbeit macht ihm Spaß - und er verfolgt diesen Weg weiter, auch als er beim KFC ankommt. Er studiert BWL im Fernstudium und hat vor Kurzem seinen Bachelor abgeschlossen. "Das ist schon extrem aufwändig, man braucht viel Zeit und noch mehr Disziplin. Und organisieren muss man eine Menge, weil die Prüfungen oft an den Wochenenden sind." Reisinger ist froh, dieses Kapitel erst einmal abgeschlossen zu haben, auch noch den Master zu machen ist für ihn auch kein Thema. Ohnehin bliebe dafür jetzt in der 3. Liga kaum Zeit, denn seine Aufgaben sind vielfältig und fordernd. 

"Wir besprechen Trainingsinhalte und ich bin für den Ablauf und die Organisation zuständig, mache Video- und Gegneranalysen, kümmere mich um das Verbandswesen und DFB-Angelegenheiten." Außerdem ist er oft eine Art Bindeglied zwischen Trainer und Spielern. "Ich denke, das ist normal, dass man als Co-Trainer noch einmal etwas näher an den Spielern dran ist." Zugute kommt ihm dabei, dass er beide Seiten kennt. "Was ich jetzt mache, ist natürlich eine ganz andere Arbeit. Ich habe viel mehr Verantwortung. Ehrlich gesagt ist mir als Spieler damals gar nicht bewusst gewesen, wie privilegiert ich eigentlich war. Damals musste ich mich nur zwei bis drei Stunden am Tag wirklich fokussieren, ein bisschen was nachbereiten und den Rest des Tages hatte ich den Kopf frei. Und klar, das sind sicher auch noch andere Zeiten gewesen", sagt er und lacht. 

Auch wenn Reisinger gerne an die Zeit früher zurückdenkt - er ist froh, dass alles genau so gekommen ist. "Das Management macht mir Spaß, der Job ist extrem abwechslungsreich, ich gehe wirklich gerne zur Arbeit und wir haben ein tolles Team - auch das ist keine Selbstverständlichkeit." Deswegen macht er aktuell auch noch keine großen Pläne für die Zukunft - nur den Fußballlehrer würde er gerne noch machen, so in den nächsten zwei, drei Jahren, "einfach weil das heute in so vielen Positionen dazugehört und gefordert wird", sagt der Mann, der lieber ein bisschen zu viel als zu wenig macht und auch nicht ausschließen möchte, später einmal in den Bereich Finanzen zurückzukehren und dort zu arbeiten. "Beim Fußball hat man einfach nie die große Planungssicherheit. Und das ist auch okay - aber genau deswegen ist es mir wichtig, noch etwas anderes zu haben." 

Für den Moment aber ist Stefan Reisinger angekommen, beim KFC Uerdingen, und vor allem an Spieltagen gefordert. "Ich bin für Standardsituationen verantwortlich - da kommt man schon mal ins Schwitzen, wenn man sieht, dass plötzlich etwas nicht stimmt." Ansonsten berät er Stefan Krämer, sagt ihm, was er über Taktiken, Aufstellungen und Auswechslungen denkt. "Da sind wir sehr oft einer Meinung, haben die gleichen Ideen und die gleiche Philosophie. Und das letzte Wort hat natürlich der Cheftrainer, er trägt schließlich auch die Verantwortung."

Veröffentlicht: 10.01.2019

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