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Grotenburg

Nicht nur der Verein, auch unserer Spielstätte hat eine bewegte Vergangenheit. Ein kurzer Überblick über die Geschichte der Grotenburg, von der Kampfbahn zum Stadion.
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Am 17. September 1927 um 20:00 Uhr wurde die neu errichtete Sportstätte „Grotenburg-Kampfbahn“ mit einem Fackelzug der Turn- und Sportverbände offiziell eingeweiht. Am Folgetag fanden die Festlichkeiten ihre Fortsetzung mit zahlreichen sportlichen Wettkämpfen. Auch der Fußball spielte damals schon eine gewisse Rolle, denn ein Teil der Einweihung war ein Spiel zwischen der „Städtemannschaft Krefeld“ und dem D.F.C. Prag.

Zunächst waren es allerdings andere Sportarten, die im Vordergrund standen. Nach dem zweiten Weltkrieg bescherte die Leichtathletik-Elite des KTSV Preußen der „Kampfbahn“ einige Großveranstaltungen. In den 50er und 60er Jahren rückte der TV Oppum mit seiner Handballmannschaft in die deutsche Spitze und sorgte für manch reizvolle Partie in der Grotenburg.

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Erst 1971 weckte der FC Bayer 05 Uerdingen die inzwischen etwas verwaiste Grotenburg aus ihrem Dornröschenschlaf. Das erste Spiel der Blau-Roten in ihrer neuen Heimat fand am 27. Februar 1971 gegen Tura Büderich statt und endete vor 2.700 Zuschauern 1:1. Nach dem Aufstieg in die Regionalliga West im Sommer 1971 sorgten Gegner wie Rot-Weiß Essen, Alemannia Aachen, Borussia Dortmund und der Wuppertaler SV regelmäßig für gut gefüllte Ränge in der damals 18.000 Zuschauer fassenden Grotenburg-Kampfbahn.

Zwei Tage vor dem Aufstiegsspiel am 22. Juni 1975 gegen Pirmasens wurde die neue Sitzplatztribüne auf der Südseite des Stadions fertiggestellt, die Platz für weitere 4.000 Besucher bot. Damit bekam die Grotenburg erstmals die Züge eines modernen Stadions. Bis dahin hatte man sich mit der in den 20er Jahren erbauten Tribüne am Zoo begnügt. Die 22.000 Zuschauer beim 6:0 gegen Pirmasens bedeuteten einen neuen Zuschauerrekord. Im ersten Bundesliga-Jahr 1975/76 hieß es zwei weitere Male bereits vor den Spielen - ausverkauft.

Flutlicht

Doch zu weiteren Ausbauarbeiten fehlte das Geld, zumal der Deutsche Fußballbund für die Saison 1976/77 die Errichtung einer Flutlichtanlage forderte und deren Anschaffung zunächst Vorrang hatte. Die Flutlichtanlage wurde am 30. Juni 1976 mit einem Freundschaftsspiel gegen Rot-Weiss Essen offiziell eingeweiht.
Erst in der Spielzeit 1978/79, als Uerdingen in der 2. Liga wieder eine Spitzenstellung einnahm, wurde das Thema Ausbau akut und so bemühten sich der Verein und die Stadt um die Errichtung einer weiteren Zusatztribüne.

Noch bevor die Uerdinger ihr erstes Heimspiel nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga absolvierten, kippten Laster den ersten Bauschutt zur Auffüllung der Westkurve an. Es entstanden insgesamt 6.000 neue Stehplätze, die ab Dezember 1979 genutzt werden konnten.

Ende Oktober 1984 wurde oberhalb der Westkurve eine 6x3 Meter große Anzeigentafel als Stahlrohrkonstruktion errichtet. Große Zahlentafeln, die per Hand aufgehängt werden mussten, unterrichteten den Zuschauer fortan über den aktuellen Spielstand.

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Nach dem Pokalsieg 1985 war absehbar, dass die Mannschaft die nächsten Jahre weiter in der Bundesliga spielen und es durch die Teilnahme am Europapokal zu einer zusätzlichen Auslastung der Grotenburg kommen würde. Damals waren sich die Stadt Krefeld und der Verein einig, dass die altehrwürdige Grotenburg-Kampfbahn den gewachsenen Ansprüchen nicht mehr genügen würde. Die Planungen sahen einen stufenweisen Umbau in ein modernes, komplett überdachtes reines Fußballstadion vor. Im Anschluss an die Spielzeit 1985/86 wurde die im Jahre 1927 erbaute alte Sitzplatztribüne dem Erdboden gleichgemacht. Dort entstand die 107 Meter lange neue Nordtribüne aus Fertigbauteilen, mit einer Kapazität von 6.000 Sitzplätzen. 100 Beschäftigte errichteten das 6,32 Millionen Mark teure Bauwerk innerhalb von nur acht Wochen. Gleichzeitig entstand an der Stelle der alten „Zoo-Kurve“ der erste Teil einer neuen Stehplatztribüne, die zunächst 6.000 Zuschauern Platz bot. Zudem wurde ein Innenausbau unterhalb der Südtribüne vorgenommen. Für weitere 2 Millionen Mark entstanden dort Räumlichkeiten für Mannschaften, Sponsoren und Presse. Da die Laufbahn durch die Umbauarbeiten verschwunden war, entschloss man sich, das Wort „Kampfbahn“ aus dem Namen zu streichen und durch die Bezeichnung „Stadion“ zu ersetzen. Ein Jahr später wurde die Osttribüne auf 10.800 Stehplätze aufgestockt. Die Tribüne wurde extra so angelegt, dass eine spätere Überdachung ohne große Schwierigkeiten möglich gewesen wäre. Nachdem sich die Mannschaft in den folgenden Jahren kontinuierlich auf einer sportlichen Talfahrt befand und auch die erhofften Zuschauerzahlen nicht erreicht werden konnten, erübrigte sich zunächst die weitere Realisierung des ursprünglichen Umbauplans. Lediglich die Errichtung einer modernen Anzeigentafel auf der Osttribüne wurde im März 1990 noch umgesetzt.

1999 wurden die Ausbaupläne vom damaligen Vorsitzenden Hermann Tecklenburg noch einmal aufgegriffen, doch der Widerstand seitens der Stadt und des Zoos, sowie die Zweifel an der Finanzierung ließen seine Vision platzen.

2005 kam das Thema Multifunktionsarena erneut auf den Tisch. Ein anonymer Investor bekundete seine Bereitschaft, den Verein zu retten und das Stadion auszubauen, falls er von der Stadt eine Absichtserklärung zum Verkauf des Geländes rund um die Grotenburg erhalten hätte. Die Stadt war jedoch nicht bereit, Verhandlungen mit einem Strohmann zu führen. Zudem fürchtete man seinerzeit eine Konkurrenz zur gerade fertig gestellten Eishockeyarena „Königpalast“.

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Im Sommer 2013 kam es zur überraschenden Sperrung aller Stehplätze der Ost- und Südtribüne, weil die Anordnung der dortigen Wellenbrecher nicht den Bestimmungen der Sonderbauverordnung entsprach und schon seit deren Inkrafttreten im Jahr 2004 nicht mehr hätten genutzt werden dürfen.

Um überhaupt noch Stehplätze anbieten zu können, wurde daraufhin ein Teil der zuvor kaum mehr genutzten Westtribüne renoviert. Im Dezember 2014 wurde auch der beliebte Stehplatzblock P auf der Südtribüne durch umfangreiche Umbauarbeiten wieder nutzbar gemacht.

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